Jana Hammermann Mit Wohlgefallen denken wir an die Vögel (2012)
Ink, acrylic, oil paint on canvas  2,00m x 1,40m
Painting photographed by Oscar Oppermann (Berlin).
background text in the picture, (going to translate it soon):
"alles und jedes hat seinen Hintergrund nichts für ungut aber Ihre Sachen sind immer so düster ach bitte malen Sie doch einmal etwas Schönes aber abstrakt rein abstrakt was darf’s denn heute sein einmal abstrakt wissen Sie denn nicht alle meine Blumenwege führen auf dunkle Gewässer nicht gewünscht bedauerlich (…) selbstverständlich tausche Kunst gegen Leben gegen Kunst es ist alles eitel wir schätzen ihre Technik sehr aber diese Motive bitte nicht stören auch an den Wänden nicht und bitte bloß nichts Politisches ich bitte Sie das Leben ist doch schön jeder ist seines eigenen Glückes Schmied zwei Haltungen zu dieser Welt Fortpflanzen oder Verweigern die Masse hat recht sie kauft und gebärt alles hat seinen Platz auch der Künstler mit Verlaub er soll sich nicht so anstellen man darf niemanden betrügen auch nicht die Welt um ihren Sieg nützlich zu sein und flexibel dies allein hat heute Bedeutung der Arbeitsplatz die Rente der Staat die Steuer die Gier der Rest ist mit sofortiger Wirkung suspendiert aufgehen aufgebend im Billiglohnsektor immer noch besser als nichts als Kunst nützt nichts Teamgeist Tatenlosigkeit Teilzeit wir ziehen doch am gleichen Strang nicht wahr (…) es rechnet sich nicht rechnet sich was soll man tun vier neue Leinwände vierhundert Milliliter Ölfarbe sechshundert Milliliter Acrylics dreihundert Milliliter Tusche drei Monate Freiheit verkaufend erkaufend I play dead (…) also seien wir doch ehrlich ein anständiger Mensch Kunst tut man das (…) am besten Sie tun was man Ihnen sagt und denken nicht wir bringen alle unsere Opfer ein Zuviel an Rückgrat verdirbt den Charakter am besten Sie machen sich gleich frei und flach auf dem Boden liegend stören Sie niemanden und man kann gut auf Sie treten und über Ihnen stehen auf die Einstellung kommt es an (…) es gibt kein richtiges Leben im falschen dem Falschen ins Gesicht springen Ohnmacht durch Wut ersetzen Masken abreißen oder sich selbst zur Ader lassen Seele ablassend (…) Armut Schuld Scham Kampf gegen den Bürger in mir Tonio Kröger deine Seele die die meine liebet ist verwirkt mit ihr im Tibetteppich Strahl um Strahl verliebte Farben gegen den Abgrund anmalen im Kniefall vor der Welt einmal etwas Schönes malen bitte ein Portrait des dicken Kaisers bitte ein Portrait des dicken Fürsten selbstverständlich zu Diensten man muss leben verbogen verbitternd sieh in mein verwandertes Gesicht tiefer beugen sich die Sterne meine wahren Freunde sind lange tot leben nur in Worten auf Papier meine papiernen Freunde ich falte mir ein Haus aus euch und wohne darin es hält keinem Wetter stand aber ich will kein anderes hören Sie es fehlt Ihnen an Hitler Jesus Pornografie Exhibitionismus pinkfarbenen Pudeln so werden Sie auf der Stelle treten Vashti sagt nein beim Yoga sagen sie der Schmerz sitzt in der Hüfte man kann ihn weg dehnen ich dehne mich nichts geschieht die Entschlossenheit als Schicksal ist die Freiheit für das möglicherweise situationsmäßig geforderte Aufgeben eines bestimmten Entschlusses freie Kunst freier Fall der Preis ist zu zahlen Embryonalstellung zum Kreis werden eingekreist entrinnen der Kreis das All-Eine da beißt die Schlange sich in den Schwanz immer Gleiches bleibt immer gleich sagen Sie haben sie die Kreise mit einer Schablone gemalt ach nein wirklich freihändig du meine Güte Kreise liegen mir der Symbolcharakter Sie verstehen schon in der griechischen Antike war der Kreis aufgrund seiner Vollkommenheit Mittelpunkt des Interesses Archimedes die Quadratur des Kreises des Lebens nun nun immer hübsch optimistisch bleiben der Grund der Unmöglichkeit Dasein als seiendes Ganzes ontisch zu erfahren und demzufolge in seinem Ganzsein ontologisch zu bestimmen liegt nicht in einer Unvollkommenheit des Erkenntnisvermögens das Hemmnis steht auf Seiten des Seins dieses Seienden das Sein zum Tode daher der Lärm in dieser Welt man soll vergessen was man weiß (…) die Ellipse beunruhigt passt nicht zu unserem Hintergrund es muss alles seine Ordnung haben Ordnung ist das halbe Leben Planwirtschaft Langeweile in der Natur treten Ellipsen in Form von ungestörten Keplerschen Planetenbahnen um die Sonne auf eine Ellipse ist kein Kreis aber ein Kreis wird im Allgemeinen durch eine Parallelprojektion auf eine Ellipse abgebildet Ellipsen beeinflussen die Zeit einer Erzählung und deren Verhältnis zur Geschichte ihre Stärke liegt in der Auslassung der Mangel fungiert als Stimulus freie Assoziation um Himmels willen worauf wollen Sie hinaus Künstlergewäsch bleiben Sie ganz unbesorgt nichts wird Ihren Alltag stören schon gar keine Ellipse die eine zu den Kegelschnitten gehörige Kurve ist und eine Auslassung von Redeteilen und eine Letter mit drei spationierten Punkten und eine variable Argumentliste wohingegen ein Kreis definiert wird als eine Linie von Punkten in einer Ebene mit gleichem Abstand zu einem Mittelpunkt und eine spezielle Folge von Knoten in einem Graphen und als das Territorium der unteren staatlichen Verwaltungsbehörde ab ca. 1930 auch Landkreis genannt in der Geographie ist der Kreis ein Ausdruck für Regionen und steht zudem für Zusammenschlüsse von Personen zum Beispiel Künstlern es ist alles lächerlich wenn man an den Tod denkt an den Tod zu denken über ihn zu sprechen ist nicht erwünscht man muss ins Krankenhaus das verdeckende Ausweichen vor dem Tode beherrscht die Alltäglichkeit so hartnäckig dass im Miteinandersein die Nächsten gerade dem Sterbenden oft noch einreden er werde dem Tod entgehen und demnächst wieder in die beruhigende Alltäglichkeit seiner besorgten Welt zurückkehren beruhigende beruhigte Alltäglichkeit solche Fürsorge meint sogar den Sterbenden zu trösten sie will ihn ins Dasein zurückbringen indem sie ihm dazu verhilft seine eigenste unbezügliche Seinsmöglichkeit noch vollends zu verhüllen das Man besorgt dergestalt eine ständige Beruhigung über den Tod sie gilt aber im Grunde nicht nur dem Sterbenden sondern ebenso sehr den Tröstenden und selbst im Falle des Ablebens noch soll die Öffentlichkeit durch das Ereignis nicht in ihrer besorgten Sorglosigkeit gestört und beunruhigt werden sieht man doch im Sterben der Anderen nicht selten eine gesellschaftlichen Unannehmlichkeit wenn nicht gar Taktlosigkeit davor die Öffentlichkeit bewahrt werden soll bei Geburt Hochzeit Umzug oder Todesfall kann der Arbeitnehmer Sonderurlaub beantragen (…) schon das Denken an den Tod gilt öffentlich als feige Furcht Unsicherheit des Daseins und finstere Weltenflucht das Man lässt den Mut zur Angst vor dem Tode nicht aufkommen was sich gemäß dem lautlosen Dekret des Man gehört ist die gleichgültige Ruhe gegenüber der Tatsache dass man stirbt die Ausbildung einer solchen überlegenen Gleichgültigkeit entfremdet das Dasein seinem eigensten unbezüglichen Seinkönnen das alltägliche Sein zum Tode ist als verfallendes eine ständige Flucht vor ihm sagt man solches mit eigenen Worten heißt es depressiv keiner hört zu sagt man das hat Heidegger geschrieben will es trotzdem keiner hören (…) ich trage meinen Abgrund und gehe ich tilge die Wege die enden und bahne die die lang sind wie Luft und Erde mein Kissen ist der Abgrund und die Trümmer sind meine Fürsprecher Totengesänge sind meine Form ich merze aus und warte auf jemanden der mich ausmerzt keine Absonderlichkeit in meinem Zauber und Rauch so lebe ich im Gedächtnis der Luft ich entdecke für mein Zeitalter eine Tonfall und eine Klangfarbe ein Zeitalter das wie Sand zerbröckelt und aneinanderpappt wie Zink Zeitalter der Wolken die Herden genannt und der Metallplättchen die Hirne genannt werden Zeitalter der Unterwürfigkeit Zeitalter der Puppen und Vogelscheuchen Zeitalter des gierigen Augenblicks Zeitalter eines bodenlosen Niedergangs ich habe keine Adern für dieses Zeitalter zu zerstreut bin ich nichts mehr sammelt mich ein ich lebe heimlich in den Armen einer kommenden Sonne ich schütze mich mit der Kindheit der Nacht und lasse meinen Kopf auf den Knien des Morgens ich tilge die Spuren und Flecken in meinem Inneren ich wasche es und bewahre es rein und leer so lebe ich unter mir selbst das Leben dient mir als Opfer und ich weiß nicht dass ich sterbe meine Zeit ist verborgen sie ist hinter den Augen gestern bin ich ins Ritual der Wellen eingekehrt und das Wasser war meine Flamme ich bin in Eile der Tod verfolgt mich und sammelt seine Winde zwischen meinen Augen ich lache ihm und weine beim Schlag der Wimpern ich weiß ich bin in dem Spalt des Todes ich fülle das Grab aus und doch ich lebe ich greife an und entwurzele ich gehe vorüber und verachte da wo ich vorübergehe ist der Tod und kein Durchgang stürzt der Wasserfall einer anderen Welt ich werde bleiben denn ich bin umzäumt mit mir selbst um den Geist wachzuhalten gibt es nicht nur Kaffee Krankheit Schlaflosigkeit oder fortwährendes Denken an den Tod das Elend trägt ebensoviel dazu bei und ist womöglich noch wirksamer die Angst vor dem morgigen Tage wie die Angst vor der Ewigkeit Geldsorgen wie metaphysische Bangigkeit machen Ruhe und Entspannung unmöglich alle unsere Demütigungen beruhen darauf dass wir uns nicht entschließen können Hungers zu sterben diese Feigheit kommt uns teuer zu stehen (…) das Elend ist kein vorübergehender Zustand es fällt mit der Gewissheit zusammen dass wir niemals was auch immer geschehen möge etwas besitzen werden dass wir von Geburt außerhalb des Güterumlaufs stehen dass wir kämpfen müssen um nur atmen zu können dass wir uns selbst Luft Hoffnung und Schlummer erkämpfen müssen und dass die Natur selbst wenn die Gesellschaft verschwände nicht weniger gnadenlos und pervers wäre keinerlei elterliches Prinzip wachte über der Schöpfung allüberall vergrabene Schätze der Weltschöpfer ein Harpagon der Allerhöchste ein Knicker und Geheimniskrämer er ist es der euch den Schrecken vor dem morgigen Tag eingejagt hat was Wunder dass die Religion eine Spielart dieses Schreckens ist die fast unlösbare Aufgabe besteht darin weder von der Macht der anderen noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen Hand in Hand laufe ich mit Cioran durch dunklen Wiesengrund das Geschrei der Narren wird leiser meine Wege klar und licht nicht länger drehe ich mich im Kreis erkläre mich den Einfältigen nicht mehr die mich erdrücken ihr Geschwätz von Liebe und Sternzeichen hat mich einsam werden lassen einsam habe ich noch Einsamere gesucht ich habe mein Menschsein verbraucht und so ist mir nichts mehr von Nutzen weit und breit sehe ich nichts als lauter von Idealen durchdrungenes Vieh das sich zusammenrottet um seine Hoffnungen hinauszublöken auf der Suche nach einem wahrhaft Einsamen schreite ich die Jahrhunderte ab ich fand nur einen der selbst niemanden fand und den Teufel wählte als den ausgestoßensten der Ausgestoßenen der Einsame strebt zum Einsameren hin zum Allereinsamsten Cioran (…) ich werde auf einer Welle reisen auf einem Flügel ich werde die Zeiten besuchen die uns verließen und den ätherischen siebten Himmel die Lippen besuchen die Augen voller Eis die bleckende Klinge in Gottes Hölle ich werde verschwinden meine Brust festschnüren und mit dem Wind verbinden werde meine Schritte lassen fern am Scheideweg im Labyrinth Adonis aus dir habe ich mir ein Kleid gemacht ich streife es heimlich über eine zweite Haut gegen die Leere welche sich selbstgefällig unablässig reproduziert aufgeblasen und selbstverliebt Minima Moralia was seit dem Aufkommen der großen Städte als Hast Nervosität Unstetigkeit beobachtet wurde breitet nun so epidemisch sich aus wie einmal die Pest und Cholera dabei kommen Kräfte zum Vorschein von denen die pressierten Passanten des neunzehnten Jahrhunderts nichts sich träumen ließen alle müssen immerzu etwas vorhaben Freizeit verlangt ausgeschöpft zu werden sie wird geplant auf Unternehmungen verwandt mit Besuch aller möglichen Veranstaltungen oder auch nur mit möglichst rascher Fortbewegung ausgefüllt der Schatten davon fällt über die intellektuelle Arbeit sie geschieht mit schlechtem Gewissen als wäre sie von irgendwelchen dringlichen wenngleich nur imaginären Beschäftigungen abgestohlen um sich vor sich selbst zu rechtfertigen praktiziert sie den Gestus des Hektischen des Hochdrucks des unter Zeitnot stehenden Betriebs der jeglicher Besinnung ihr selber also Wege steht oft ist es als reservierten die Intellektuellen für ihre eigentliche Produktion nur eben die Stunden die ihnen von Verpflichtungen Ausgängen Verabredungen und unvermeidlichen Vergnügungen übrig bleiben widerwärtig doch einigermaßen rational ist noch der Prestigegewinn dessen der als so wichtiger Mann sich präsentieren kann dass er überall dabei sein muss er stilisiert sein Leben mit absichtlich schlecht gespielter Unzufriedenheit als einen acte de présence die Freude mit der er eine Einladung unter Hinweis auf eine bereits akzeptierte ablehnt meldet den Triumph in der Konkurrenz an wie darin so wiederholend sich allgemein die Formen des Produktionsprozesses im Privatleben oder in den von jenen Formen ausgenommenen Bereichen der Arbeit das ganze Leben soll wie Beruf aussehen und durch solche Ähnlichkeit verbergen was noch nicht unmittelbar dem Erwerb gewidmet ist die Angst die darin sich äußert reflektiert aber nur eine viel tiefere die unbewussten Innervationen die jenseits der Denkprozesse die individuelle Existenz auf den historischen Rhythmus einstimmen gewahren die heraufziehende Kollektivierung der Welt da jedoch die integrale Gesellschaft nicht sowohl die Einzelnen positiv in sich aufhebt als vielmehr zu einer amorphen und fügsamen Masse sie zusammenpresst so graut jedem Einzelnen vor dem als unausweichlich erfahrenen Prozess des Aufgesaugtwerdens doing things and going places ist ein Versuch des Sensoriums eine Art Reizschutz gegen die drohende Kollektivierung auf diese sich einzuüben indem man gerade in den scheinbar der Freiheit überlassenen Stunden sich selber als Mitglied der Masse schult die Technik dabei ist die Gefahr womöglich zu überbieten man lebt gewissermaßen noch schlimmer also mit noch weniger Ich als man erwartet leben zu müssen zugleich lernt man durch das spielerische Zuviel an Selbstaufgabe dass einem im Ernst ohne Ich zu leben nicht schwerer fallen könnte sondern leichter dabei hat man es sehr eilig denn beim Erdbeben wird nicht geläutet wenn man nicht mitmacht und das will sagen wenn man nicht leibhaft im Strom der Menschen schwimmt fürchtet man wie beim allzu späten Eintritt in die totalitäre Partei den Anschluss zu verpassen und die Rache des Kollektivs auf sich zu ziehen Pseudoaktivität ist eine Rückversicherung der Ausdruck der Bereitschaft zur Selbstpreisgabe durch die einzig man noch die Selbsterhaltung zu garantieren ahnt sekuriert winkt in der Anpassung an die äußere Insekurität sie wird als Freibrief auf die Flucht verstellt die einen möglichst rasch an einen anderen Ort bringt in der fanatischen Liebe zu den Autos schwingt das Gefühl physischer Obdachlosigkeit mit es liegt dem zugrunde was die Bürger zu Unrecht die Flucht vor sich selbst vor der inneren Leere zu nennen pflegten wer mit will darf sich nicht unterscheiden psychologische Leere ist selber erst das Ergebnis der falschen gesellschaftlichen Absorption die Langeweile vor der die Menschen davonlaufen spiegelt bloß den Prozess des Davonlaufens zurück in dem sie längst begriffen sind darum allein erhält der monströse Vergnügungsapparat sich am Leben und schwillt immer mehr auf ohne dass ein einziger Vergnügen davon hätte er kanalisiert den Drang dabei zu sein der sonst anarchisch als Promiskuität oder wilde Aggression dem Kollektiv sich an den Hals werfen würde das zugleich doch aus niemand anderem besteht als aus denen unterwegs am nächsten verwandt sind sie den Süchtigen ihr Impuls reagiert exakt auf die Dislokation der Menschheit wie sie von der trüben Verwischung des Unterschieds von Stadt und Land der Abschaffung des Hauses über die Züge von Millionen Erwerbsloser bis zu den Deportationen und Völkerverschiebungen im verwüsteten europäischen Kontinent führt das Nichtige Inhaltslose aller kollektiven Rituale seit der Jugendbewegung stellt nachträglich als tastende Vorwegnahme übermächtiger historischer Schläge sich dar die Unzähligen die plötzlich der eigenen abstrakten Quantität und Mobilität dem von der Stelle Kommen in Schwärmen wie einem Rauschgift verfallen sind Rekruten der Völkerwanderung in deren verwilderten Räumen die bürgerliche Geschichte zu verenden sich anschickt ich will in das Grenzenlose zu mir zurück schon blüht die Herbstzeitlose meiner Seele vielleicht ist’s schon zu spät zurück o ich sterbe unter euch da ihr mich erstickt mit euch Fäden möchte ich um mich ziehen Wirrwarr endend beirrend zu entfliehen meinwärts das Individuum überwindet die Gefühle der eigenen Bedeutungslosigkeit vor den überwältigenden Mächten der Außenwelt entweder durch Verzicht auf individuelle Integrität oder durch Zerstörung der anderen auf dass die Drohung der Welt von ihm weiche weitere Fluchtmechanismen sind völliges Zurückziehen von der Welt in ein Kloster auf Südseeinseln in den Elfenbeinturm auf dass die Welt für den Flüchtling ihre Schranken verliere der Fluchtmechanismus stellt die Lösung dar die in der modernen Gesellschaft von einer Mehrzahl der Normalmenschen gesucht und gefunden wurde das Individuum gibt es auf es selber zu sein und übernimmt zur Gänze die Sorte Persönlichkeit die sich ihm in Form einer Zivilisationsschablone darbietet und auf Grund derer es genau so wird wie man es von ihm erwartet genau so wie alle anderen sind der Zwiespalt zwischen dem Ich und der Welt verschwindet und mit ihm zugleich die bewusste Furcht vor Alleinsein und Machtlosigkeit wir können diesen Mechanismen mit der Mimikry einiger Tiergattungen vergleichen dank ihrer Schutzfärbung gleichen sie ihrer Umgebung so dass sie sich kaum mehr von ihr unterscheiden jeder der seine Individualität aufgibt ein Automat wird gleich Millionen anderer Automaten ringsum muss nicht mehr Alleinsein und Bangen empfinden aber der Preis den er dafür entrichtet ist hoch es ist der Verlust seines Selbst nun widerspricht aber die Annahme der normale Weg zur Überwindung der Vereinsamung sein die Verwandlung in einen Automat einer der verbreitetsten Vorstellungen von der Stellung des Menschen in unserm Kulturkreis man hält nämlich die Mehrzahl von uns für Persönlichkeiten frei nach ihrem Gefallen zu denken zu fühlen zu handeln und zwar ist dies nicht allein die allgemeine Anschauung des modernen Individualismus auch jeder Einzelne ist aufrichtig davon überzeugt er sei er und seine Gedanken Gefühle und Wünsche die seinen doch ist dieser Glaube obwohl es auch unter uns wirkliche Individualitäten gibt in den meisten Fällen ein Trugbild und zwar ein gefährliches denn es verhindert die Beseitigung jener Zustände die für diesen Zustand der Dinge verantwortlich sind in unserer Gesellschaft werden Gefühle wenig geschätzt und weniger noch ermutigt obwohl kein Zweifel darüber besteht  dass jedes schöpferische Denken wie jede schöpferische Leistung untrennbar mit Gefühlen verbunden ist ein Gefühl das als tabu gilt sei besonders erwähnt weil seine Verdrängung tief an das Wesen der Persönlichkeit rührt das Gefühl für den Tod des Todes gewahr zu sein dumpf oder klar seine Nähe zu fühlen ist ein Grundzug des Menschentums und jede Zivilisation hat sich auf ihre Art mit diesem Problem auseinander gesetzt für jene bei denen der Prozess der Individuation noch nicht weit gediehen war bedeutete das Ende individuellen Seins noch kaum ein Problem denn das Erlebnis des Daseins als etwas Individuellem war noch nicht recht entwickelt das Sterben das Totsein noch nicht als ein vom Leben tief Abgetrenntes als tragischer Lebensausblick empfunden die frühen alten Hellenen bejahten mit Macht das Leben den Tod stellten sie als schattenhafte trostlose Fortsetzung ihres Erdendasein hin die alten Ägypter gründeten ihre Hoffnungen auf den Glauben an eine Unzerstörbarkeit des Leibes wenigstens jener Menschen deren Macht zu Lebzeiten unzerstörbar schien für die alten Hebräer war der Tod eine gegebene Tatsache mit der Zerstörung des Einzelwesens versöhnte sie der visionäre Gedanke des irdischen Friedensreiches am Ende der Tage das Christentum machte den Tod unwirklich und tröstete die Betrübten durch die Verheißung eines persönlichen Weiterlebens nach dem Tod unsere Zeit verneint einfach den Tod und damit den weltanschaulichen Urgrund des Daseins statt dass man die Menschen Tod Leid und Schmerz als stärkste Antriebe wahrnehmen lässt als Grundlage menschlicher Solidarität als das Erlebnis ohne dass Lust Freude Begeisterung ohne Tiefe und marklos sind ist das Individuum angeleitet oder gezwungen das Todesgefühl als einen Unfug zu verdrängen doch wie bei allen Verdrängungen ist es auch hier das Unterdrückte ist unsichtbar immer zugegen illegal weilt die Todesfurcht unter uns sie bleibt doch sie bleibt unfruchtbar weil unterdrückt hier liegt die Ursache für die Verflachung fast allen andern Erlebens für die Unrast die heute das ganze Dasein durchdringt von seinen Grundfesten her ist das individuelle Selbst erschüttert geschwächt fühlt keine Sicherheit der Mensch bewegt sich in einer Welt zu der er keine natürlichen Beziehungen mehr hat weil in ihr alles und jedermann und er selbst instrumentalisiert maschinisiert und zum Bestandteilchen der Riesenmaschine geworden ist die Menschenhände erbauten er denkt und fühlt und will alles was man seiner Annahme von seinem Denken Fühlen Wollen erwartet dabei verliert er das ganze Selbst auf dem allein sich jede natürliche Sicherheit einer freien Individualität aufbauen kann dieser Selbst-Verlust hat das Bedürfnis sich anzupassen mit allen anderen konform zu gehen noch erhöht denn es regte sich nun in den Tiefen ein Zweifel an der eigenen Identität wenn ich nichts bin als etwas das man meiner Ansicht nach von mir erwartet wer bin dann Ich ich habe keine Identität außer der einen die nur der Reflex das Spiegelbild dessen ist was die anderen erwarten dass ich es sei ich bin wie du mich wünschest die Identität ist dahin und damit die Anpassung nur um so dringender geboten kann einer nur noch dann seiner sicher sein wenn er den Erwartungen der andern gemäß lebt entspricht sein Leben nicht diesem Bild riskiert er nicht allein Tadel und Ausschluss sondern auch den Verlust der Identität seiner eigenen Persönlichkeit und das heißt Geisteskrankheit wenn man den Erwartungen der anderen konform geht nicht anders ist verstummen die Zweifel an der eigenen Identität eine gewisse Sicherheit ist gewonnen doch die Preisgabe selbstbestimmender Spontanität macht einen Strich durch das Leben das Automaton in Menschengestalt das biologisch noch lebt ist in Geist und Gefühl etwas Totes es wandelt durch ein reges bewegtes Getriebe und sein Leben rinnt ihm wie Sand durch die Finger hinter einer Fassade von Selbstzufriedenheit und Optimismus ist der moderne Mensch im Tiefsten unglücklich in bodenloser Verzweiflung klammert er sich an die Worte Individualismus und Individualität ja er will anders sein es gibt für ihn fast keine größere Empfehlung als wenn irgendein Ding etwas anderes ist man fragt nach dem Namen des Schalterbeamten bei dem man sein Monatsabbonement zu kaufen pflegt Handtaschen Spielkoffer Radiokoffer sucht man mit seinen eigenen Initialen zu verpersönlichen wandelnde Mädchenschablonen tragen ihre Anfangsbuchstaben oder ihr Tierkreiszeichen am Busen zur Schau alles aus Hunger nach Anderssein aber das alles sind nur noch letzte Spuren die von Individualität übrig bleiben der heutige Mensch dürstet nach Leben aber der Automat zu dem er geworden kann kein Dasein im Sinne freiwilliger natürlicher Selbstbestimmung spontan erleben und so nimmt er als Surrogat jede Art Aufregung und Nervenkitzel Drinks Sportsensationen und nebenher im Kino immer wieder das Reizmittel gedrehter Schicksale erfundener Personen deren spontane Gefühle er in Vertretung nachlebt worin liegt dann für den heutigen Menschen die Bedeutung von Freiheit sie sind frei von äußeren Bindungen wleche sie davon abhalten könnten zu denken zu handeln wie sie es für richtig halten sie wollten frei sein um nach eigenem Willen zu handeln wenn sie nur wüssten was sie wollen denken und fühlen sie wissen es nicht sie fügen sich anonymen Autoritäten adoptieren ein fremdes Selbst und jem mehr sie sich dessen befleißigen um so größer der Zwang zur Anpassung trotz dem äußeren dick aufgetragenen Anstrich von Optimismus und Initiative sitzt dem Menschen das Ohnmachtsgefühl schon so an der Kehle dass er wie gelähmt nahenden Katastrophen entgegenstarrt oberflächlich betrachtet funktionieren die Menschen wirtschaftlich und sozial noch zufriedenstellend aber es wäre gefährlich zu übersehen was sich hinter diesem erfreulichen Anschein verbirgt wenn das Leben den Sinn verliert weil so nicht gelebt wird verzweifelt der Mensch Menschen sterben nicht einfach den physischen Hungertod sie sterben auch nicht einfach den psychischen Hungertod wenn wir nur die ökonomischen Bedürfnisse des einfachen Bürgers betrachten wenn wir nicht das unbewusste Leiden aller automatisierten kleinen und mittleren und großartigen Existenzen genau in Betracht ziehen übersehen wir die Gefahr die unserer Kultur von ihrem menschlichen Unterbau her droht diese Gefahr aber besteht in der Bereitwilligkeit jede Ideologie und jeden Führer anzuerkennen sofern sie nur antreibende Erregung verheißen und eine politische Neuordnung und Symbolik aufbringen die angeblich einem individuellen Sein Bedeutung Inhalt und Ordnung verleiht die Verzweiflung im Automaton Mensch bildet den trefflichsten Nährboden für alle faschistischen Zwecke haben Sie den Hintergrund dieses Bildes tatsächlich bis zu dieser Stelle gelesen dann sind Sie nicht ganz normal aber sehr gründlich so oder so ich bedanke mich für Ihren Besuch auch im Namen von Albert Einstein Adonis Kafka Else Lasker-Schüler Adorno Erich Fromm Cioran Heidegger der Bibel (…) aus welcher Sicht man sie auch betrachtet die Gegenwart ist ohne Ausweg das ist nicht die geringste ihrer Tugenden denjenigen die unbedingt hoffen möchten raubt sie jeden Halt diejenigen die vorgeben Lösungen zu haben werden sofort entkräftet es ist bekannt dass alles nur noch schlimmer werden kann die Zukunft hat keine Zukunft mehr ist die Weisheit jener Epoche die unter dem Anschein einer extremen Normalität auf der Bewusstseinsebene der ersten Punks angelangt ist auf deiner blauen Seele setzen sich die Sterne zu Nacht man muss leise mit dir sein meine Perlen werden wach es ist nicht Tag und nicht Stern ich kenne die Welt nicht mehr nur dich alles ist Himmel”

Jana Hammermann Mit Wohlgefallen denken wir an die Vögel (2012)

Ink, acrylic, oil paint on canvas  2,00m x 1,40m

Painting photographed by Oscar Oppermann (Berlin).

background text in the picture, (going to translate it soon):

"alles und jedes hat seinen Hintergrund nichts für ungut aber Ihre Sachen sind immer so düster ach bitte malen Sie doch einmal etwas Schönes aber abstrakt rein abstrakt was darf’s denn heute sein einmal abstrakt wissen Sie denn nicht alle meine Blumenwege führen auf dunkle Gewässer nicht gewünscht bedauerlich (…) selbstverständlich tausche Kunst gegen Leben gegen Kunst es ist alles eitel wir schätzen ihre Technik sehr aber diese Motive bitte nicht stören auch an den Wänden nicht und bitte bloß nichts Politisches ich bitte Sie das Leben ist doch schön jeder ist seines eigenen Glückes Schmied zwei Haltungen zu dieser Welt Fortpflanzen oder Verweigern die Masse hat recht sie kauft und gebärt alles hat seinen Platz auch der Künstler mit Verlaub er soll sich nicht so anstellen man darf niemanden betrügen auch nicht die Welt um ihren Sieg nützlich zu sein und flexibel dies allein hat heute Bedeutung der Arbeitsplatz die Rente der Staat die Steuer die Gier der Rest ist mit sofortiger Wirkung suspendiert aufgehen aufgebend im Billiglohnsektor immer noch besser als nichts als Kunst nützt nichts Teamgeist Tatenlosigkeit Teilzeit wir ziehen doch am gleichen Strang nicht wahr (…) es rechnet sich nicht rechnet sich was soll man tun vier neue Leinwände vierhundert Milliliter Ölfarbe sechshundert Milliliter Acrylics dreihundert Milliliter Tusche drei Monate Freiheit verkaufend erkaufend I play dead (…) also seien wir doch ehrlich ein anständiger Mensch Kunst tut man das (…) am besten Sie tun was man Ihnen sagt und denken nicht wir bringen alle unsere Opfer ein Zuviel an Rückgrat verdirbt den Charakter am besten Sie machen sich gleich frei und flach auf dem Boden liegend stören Sie niemanden und man kann gut auf Sie treten und über Ihnen stehen auf die Einstellung kommt es an (…) es gibt kein richtiges Leben im falschen dem Falschen ins Gesicht springen Ohnmacht durch Wut ersetzen Masken abreißen oder sich selbst zur Ader lassen Seele ablassend (…) Armut Schuld Scham Kampf gegen den Bürger in mir Tonio Kröger deine Seele die die meine liebet ist verwirkt mit ihr im Tibetteppich Strahl um Strahl verliebte Farben gegen den Abgrund anmalen im Kniefall vor der Welt einmal etwas Schönes malen bitte ein Portrait des dicken Kaisers bitte ein Portrait des dicken Fürsten selbstverständlich zu Diensten man muss leben verbogen verbitternd sieh in mein verwandertes Gesicht tiefer beugen sich die Sterne meine wahren Freunde sind lange tot leben nur in Worten auf Papier meine papiernen Freunde ich falte mir ein Haus aus euch und wohne darin es hält keinem Wetter stand aber ich will kein anderes hören Sie es fehlt Ihnen an Hitler Jesus Pornografie Exhibitionismus pinkfarbenen Pudeln so werden Sie auf der Stelle treten Vashti sagt nein beim Yoga sagen sie der Schmerz sitzt in der Hüfte man kann ihn weg dehnen ich dehne mich nichts geschieht die Entschlossenheit als Schicksal ist die Freiheit für das möglicherweise situationsmäßig geforderte Aufgeben eines bestimmten Entschlusses freie Kunst freier Fall der Preis ist zu zahlen Embryonalstellung zum Kreis werden eingekreist entrinnen der Kreis das All-Eine da beißt die Schlange sich in den Schwanz immer Gleiches bleibt immer gleich sagen Sie haben sie die Kreise mit einer Schablone gemalt ach nein wirklich freihändig du meine Güte Kreise liegen mir der Symbolcharakter Sie verstehen schon in der griechischen Antike war der Kreis aufgrund seiner Vollkommenheit Mittelpunkt des Interesses Archimedes die Quadratur des Kreises des Lebens nun nun immer hübsch optimistisch bleiben der Grund der Unmöglichkeit Dasein als seiendes Ganzes ontisch zu erfahren und demzufolge in seinem Ganzsein ontologisch zu bestimmen liegt nicht in einer Unvollkommenheit des Erkenntnisvermögens das Hemmnis steht auf Seiten des Seins dieses Seienden das Sein zum Tode daher der Lärm in dieser Welt man soll vergessen was man weiß (…) die Ellipse beunruhigt passt nicht zu unserem Hintergrund es muss alles seine Ordnung haben Ordnung ist das halbe Leben Planwirtschaft Langeweile in der Natur treten Ellipsen in Form von ungestörten Keplerschen Planetenbahnen um die Sonne auf eine Ellipse ist kein Kreis aber ein Kreis wird im Allgemeinen durch eine Parallelprojektion auf eine Ellipse abgebildet Ellipsen beeinflussen die Zeit einer Erzählung und deren Verhältnis zur Geschichte ihre Stärke liegt in der Auslassung der Mangel fungiert als Stimulus freie Assoziation um Himmels willen worauf wollen Sie hinaus Künstlergewäsch bleiben Sie ganz unbesorgt nichts wird Ihren Alltag stören schon gar keine Ellipse die eine zu den Kegelschnitten gehörige Kurve ist und eine Auslassung von Redeteilen und eine Letter mit drei spationierten Punkten und eine variable Argumentliste wohingegen ein Kreis definiert wird als eine Linie von Punkten in einer Ebene mit gleichem Abstand zu einem Mittelpunkt und eine spezielle Folge von Knoten in einem Graphen und als das Territorium der unteren staatlichen Verwaltungsbehörde ab ca. 1930 auch Landkreis genannt in der Geographie ist der Kreis ein Ausdruck für Regionen und steht zudem für Zusammenschlüsse von Personen zum Beispiel Künstlern es ist alles lächerlich wenn man an den Tod denkt an den Tod zu denken über ihn zu sprechen ist nicht erwünscht man muss ins Krankenhaus das verdeckende Ausweichen vor dem Tode beherrscht die Alltäglichkeit so hartnäckig dass im Miteinandersein die Nächsten gerade dem Sterbenden oft noch einreden er werde dem Tod entgehen und demnächst wieder in die beruhigende Alltäglichkeit seiner besorgten Welt zurückkehren beruhigende beruhigte Alltäglichkeit solche Fürsorge meint sogar den Sterbenden zu trösten sie will ihn ins Dasein zurückbringen indem sie ihm dazu verhilft seine eigenste unbezügliche Seinsmöglichkeit noch vollends zu verhüllen das Man besorgt dergestalt eine ständige Beruhigung über den Tod sie gilt aber im Grunde nicht nur dem Sterbenden sondern ebenso sehr den Tröstenden und selbst im Falle des Ablebens noch soll die Öffentlichkeit durch das Ereignis nicht in ihrer besorgten Sorglosigkeit gestört und beunruhigt werden sieht man doch im Sterben der Anderen nicht selten eine gesellschaftlichen Unannehmlichkeit wenn nicht gar Taktlosigkeit davor die Öffentlichkeit bewahrt werden soll bei Geburt Hochzeit Umzug oder Todesfall kann der Arbeitnehmer Sonderurlaub beantragen (…) schon das Denken an den Tod gilt öffentlich als feige Furcht Unsicherheit des Daseins und finstere Weltenflucht das Man lässt den Mut zur Angst vor dem Tode nicht aufkommen was sich gemäß dem lautlosen Dekret des Man gehört ist die gleichgültige Ruhe gegenüber der Tatsache dass man stirbt die Ausbildung einer solchen überlegenen Gleichgültigkeit entfremdet das Dasein seinem eigensten unbezüglichen Seinkönnen das alltägliche Sein zum Tode ist als verfallendes eine ständige Flucht vor ihm sagt man solches mit eigenen Worten heißt es depressiv keiner hört zu sagt man das hat Heidegger geschrieben will es trotzdem keiner hören (…) ich trage meinen Abgrund und gehe ich tilge die Wege die enden und bahne die die lang sind wie Luft und Erde mein Kissen ist der Abgrund und die Trümmer sind meine Fürsprecher Totengesänge sind meine Form ich merze aus und warte auf jemanden der mich ausmerzt keine Absonderlichkeit in meinem Zauber und Rauch so lebe ich im Gedächtnis der Luft ich entdecke für mein Zeitalter eine Tonfall und eine Klangfarbe ein Zeitalter das wie Sand zerbröckelt und aneinanderpappt wie Zink Zeitalter der Wolken die Herden genannt und der Metallplättchen die Hirne genannt werden Zeitalter der Unterwürfigkeit Zeitalter der Puppen und Vogelscheuchen Zeitalter des gierigen Augenblicks Zeitalter eines bodenlosen Niedergangs ich habe keine Adern für dieses Zeitalter zu zerstreut bin ich nichts mehr sammelt mich ein ich lebe heimlich in den Armen einer kommenden Sonne ich schütze mich mit der Kindheit der Nacht und lasse meinen Kopf auf den Knien des Morgens ich tilge die Spuren und Flecken in meinem Inneren ich wasche es und bewahre es rein und leer so lebe ich unter mir selbst das Leben dient mir als Opfer und ich weiß nicht dass ich sterbe meine Zeit ist verborgen sie ist hinter den Augen gestern bin ich ins Ritual der Wellen eingekehrt und das Wasser war meine Flamme ich bin in Eile der Tod verfolgt mich und sammelt seine Winde zwischen meinen Augen ich lache ihm und weine beim Schlag der Wimpern ich weiß ich bin in dem Spalt des Todes ich fülle das Grab aus und doch ich lebe ich greife an und entwurzele ich gehe vorüber und verachte da wo ich vorübergehe ist der Tod und kein Durchgang stürzt der Wasserfall einer anderen Welt ich werde bleiben denn ich bin umzäumt mit mir selbst um den Geist wachzuhalten gibt es nicht nur Kaffee Krankheit Schlaflosigkeit oder fortwährendes Denken an den Tod das Elend trägt ebensoviel dazu bei und ist womöglich noch wirksamer die Angst vor dem morgigen Tage wie die Angst vor der Ewigkeit Geldsorgen wie metaphysische Bangigkeit machen Ruhe und Entspannung unmöglich alle unsere Demütigungen beruhen darauf dass wir uns nicht entschließen können Hungers zu sterben diese Feigheit kommt uns teuer zu stehen (…) das Elend ist kein vorübergehender Zustand es fällt mit der Gewissheit zusammen dass wir niemals was auch immer geschehen möge etwas besitzen werden dass wir von Geburt außerhalb des Güterumlaufs stehen dass wir kämpfen müssen um nur atmen zu können dass wir uns selbst Luft Hoffnung und Schlummer erkämpfen müssen und dass die Natur selbst wenn die Gesellschaft verschwände nicht weniger gnadenlos und pervers wäre keinerlei elterliches Prinzip wachte über der Schöpfung allüberall vergrabene Schätze der Weltschöpfer ein Harpagon der Allerhöchste ein Knicker und Geheimniskrämer er ist es der euch den Schrecken vor dem morgigen Tag eingejagt hat was Wunder dass die Religion eine Spielart dieses Schreckens ist die fast unlösbare Aufgabe besteht darin weder von der Macht der anderen noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen Hand in Hand laufe ich mit Cioran durch dunklen Wiesengrund das Geschrei der Narren wird leiser meine Wege klar und licht nicht länger drehe ich mich im Kreis erkläre mich den Einfältigen nicht mehr die mich erdrücken ihr Geschwätz von Liebe und Sternzeichen hat mich einsam werden lassen einsam habe ich noch Einsamere gesucht ich habe mein Menschsein verbraucht und so ist mir nichts mehr von Nutzen weit und breit sehe ich nichts als lauter von Idealen durchdrungenes Vieh das sich zusammenrottet um seine Hoffnungen hinauszublöken auf der Suche nach einem wahrhaft Einsamen schreite ich die Jahrhunderte ab ich fand nur einen der selbst niemanden fand und den Teufel wählte als den ausgestoßensten der Ausgestoßenen der Einsame strebt zum Einsameren hin zum Allereinsamsten Cioran (…) ich werde auf einer Welle reisen auf einem Flügel ich werde die Zeiten besuchen die uns verließen und den ätherischen siebten Himmel die Lippen besuchen die Augen voller Eis die bleckende Klinge in Gottes Hölle ich werde verschwinden meine Brust festschnüren und mit dem Wind verbinden werde meine Schritte lassen fern am Scheideweg im Labyrinth Adonis aus dir habe ich mir ein Kleid gemacht ich streife es heimlich über eine zweite Haut gegen die Leere welche sich selbstgefällig unablässig reproduziert aufgeblasen und selbstverliebt Minima Moralia was seit dem Aufkommen der großen Städte als Hast Nervosität Unstetigkeit beobachtet wurde breitet nun so epidemisch sich aus wie einmal die Pest und Cholera dabei kommen Kräfte zum Vorschein von denen die pressierten Passanten des neunzehnten Jahrhunderts nichts sich träumen ließen alle müssen immerzu etwas vorhaben Freizeit verlangt ausgeschöpft zu werden sie wird geplant auf Unternehmungen verwandt mit Besuch aller möglichen Veranstaltungen oder auch nur mit möglichst rascher Fortbewegung ausgefüllt der Schatten davon fällt über die intellektuelle Arbeit sie geschieht mit schlechtem Gewissen als wäre sie von irgendwelchen dringlichen wenngleich nur imaginären Beschäftigungen abgestohlen um sich vor sich selbst zu rechtfertigen praktiziert sie den Gestus des Hektischen des Hochdrucks des unter Zeitnot stehenden Betriebs der jeglicher Besinnung ihr selber also Wege steht oft ist es als reservierten die Intellektuellen für ihre eigentliche Produktion nur eben die Stunden die ihnen von Verpflichtungen Ausgängen Verabredungen und unvermeidlichen Vergnügungen übrig bleiben widerwärtig doch einigermaßen rational ist noch der Prestigegewinn dessen der als so wichtiger Mann sich präsentieren kann dass er überall dabei sein muss er stilisiert sein Leben mit absichtlich schlecht gespielter Unzufriedenheit als einen acte de présence die Freude mit der er eine Einladung unter Hinweis auf eine bereits akzeptierte ablehnt meldet den Triumph in der Konkurrenz an wie darin so wiederholend sich allgemein die Formen des Produktionsprozesses im Privatleben oder in den von jenen Formen ausgenommenen Bereichen der Arbeit das ganze Leben soll wie Beruf aussehen und durch solche Ähnlichkeit verbergen was noch nicht unmittelbar dem Erwerb gewidmet ist die Angst die darin sich äußert reflektiert aber nur eine viel tiefere die unbewussten Innervationen die jenseits der Denkprozesse die individuelle Existenz auf den historischen Rhythmus einstimmen gewahren die heraufziehende Kollektivierung der Welt da jedoch die integrale Gesellschaft nicht sowohl die Einzelnen positiv in sich aufhebt als vielmehr zu einer amorphen und fügsamen Masse sie zusammenpresst so graut jedem Einzelnen vor dem als unausweichlich erfahrenen Prozess des Aufgesaugtwerdens doing things and going places ist ein Versuch des Sensoriums eine Art Reizschutz gegen die drohende Kollektivierung auf diese sich einzuüben indem man gerade in den scheinbar der Freiheit überlassenen Stunden sich selber als Mitglied der Masse schult die Technik dabei ist die Gefahr womöglich zu überbieten man lebt gewissermaßen noch schlimmer also mit noch weniger Ich als man erwartet leben zu müssen zugleich lernt man durch das spielerische Zuviel an Selbstaufgabe dass einem im Ernst ohne Ich zu leben nicht schwerer fallen könnte sondern leichter dabei hat man es sehr eilig denn beim Erdbeben wird nicht geläutet wenn man nicht mitmacht und das will sagen wenn man nicht leibhaft im Strom der Menschen schwimmt fürchtet man wie beim allzu späten Eintritt in die totalitäre Partei den Anschluss zu verpassen und die Rache des Kollektivs auf sich zu ziehen Pseudoaktivität ist eine Rückversicherung der Ausdruck der Bereitschaft zur Selbstpreisgabe durch die einzig man noch die Selbsterhaltung zu garantieren ahnt sekuriert winkt in der Anpassung an die äußere Insekurität sie wird als Freibrief auf die Flucht verstellt die einen möglichst rasch an einen anderen Ort bringt in der fanatischen Liebe zu den Autos schwingt das Gefühl physischer Obdachlosigkeit mit es liegt dem zugrunde was die Bürger zu Unrecht die Flucht vor sich selbst vor der inneren Leere zu nennen pflegten wer mit will darf sich nicht unterscheiden psychologische Leere ist selber erst das Ergebnis der falschen gesellschaftlichen Absorption die Langeweile vor der die Menschen davonlaufen spiegelt bloß den Prozess des Davonlaufens zurück in dem sie längst begriffen sind darum allein erhält der monströse Vergnügungsapparat sich am Leben und schwillt immer mehr auf ohne dass ein einziger Vergnügen davon hätte er kanalisiert den Drang dabei zu sein der sonst anarchisch als Promiskuität oder wilde Aggression dem Kollektiv sich an den Hals werfen würde das zugleich doch aus niemand anderem besteht als aus denen unterwegs am nächsten verwandt sind sie den Süchtigen ihr Impuls reagiert exakt auf die Dislokation der Menschheit wie sie von der trüben Verwischung des Unterschieds von Stadt und Land der Abschaffung des Hauses über die Züge von Millionen Erwerbsloser bis zu den Deportationen und Völkerverschiebungen im verwüsteten europäischen Kontinent führt das Nichtige Inhaltslose aller kollektiven Rituale seit der Jugendbewegung stellt nachträglich als tastende Vorwegnahme übermächtiger historischer Schläge sich dar die Unzähligen die plötzlich der eigenen abstrakten Quantität und Mobilität dem von der Stelle Kommen in Schwärmen wie einem Rauschgift verfallen sind Rekruten der Völkerwanderung in deren verwilderten Räumen die bürgerliche Geschichte zu verenden sich anschickt ich will in das Grenzenlose zu mir zurück schon blüht die Herbstzeitlose meiner Seele vielleicht ist’s schon zu spät zurück o ich sterbe unter euch da ihr mich erstickt mit euch Fäden möchte ich um mich ziehen Wirrwarr endend beirrend zu entfliehen meinwärts das Individuum überwindet die Gefühle der eigenen Bedeutungslosigkeit vor den überwältigenden Mächten der Außenwelt entweder durch Verzicht auf individuelle Integrität oder durch Zerstörung der anderen auf dass die Drohung der Welt von ihm weiche weitere Fluchtmechanismen sind völliges Zurückziehen von der Welt in ein Kloster auf Südseeinseln in den Elfenbeinturm auf dass die Welt für den Flüchtling ihre Schranken verliere der Fluchtmechanismus stellt die Lösung dar die in der modernen Gesellschaft von einer Mehrzahl der Normalmenschen gesucht und gefunden wurde das Individuum gibt es auf es selber zu sein und übernimmt zur Gänze die Sorte Persönlichkeit die sich ihm in Form einer Zivilisationsschablone darbietet und auf Grund derer es genau so wird wie man es von ihm erwartet genau so wie alle anderen sind der Zwiespalt zwischen dem Ich und der Welt verschwindet und mit ihm zugleich die bewusste Furcht vor Alleinsein und Machtlosigkeit wir können diesen Mechanismen mit der Mimikry einiger Tiergattungen vergleichen dank ihrer Schutzfärbung gleichen sie ihrer Umgebung so dass sie sich kaum mehr von ihr unterscheiden jeder der seine Individualität aufgibt ein Automat wird gleich Millionen anderer Automaten ringsum muss nicht mehr Alleinsein und Bangen empfinden aber der Preis den er dafür entrichtet ist hoch es ist der Verlust seines Selbst nun widerspricht aber die Annahme der normale Weg zur Überwindung der Vereinsamung sein die Verwandlung in einen Automat einer der verbreitetsten Vorstellungen von der Stellung des Menschen in unserm Kulturkreis man hält nämlich die Mehrzahl von uns für Persönlichkeiten frei nach ihrem Gefallen zu denken zu fühlen zu handeln und zwar ist dies nicht allein die allgemeine Anschauung des modernen Individualismus auch jeder Einzelne ist aufrichtig davon überzeugt er sei er und seine Gedanken Gefühle und Wünsche die seinen doch ist dieser Glaube obwohl es auch unter uns wirkliche Individualitäten gibt in den meisten Fällen ein Trugbild und zwar ein gefährliches denn es verhindert die Beseitigung jener Zustände die für diesen Zustand der Dinge verantwortlich sind in unserer Gesellschaft werden Gefühle wenig geschätzt und weniger noch ermutigt obwohl kein Zweifel darüber besteht  dass jedes schöpferische Denken wie jede schöpferische Leistung untrennbar mit Gefühlen verbunden ist ein Gefühl das als tabu gilt sei besonders erwähnt weil seine Verdrängung tief an das Wesen der Persönlichkeit rührt das Gefühl für den Tod des Todes gewahr zu sein dumpf oder klar seine Nähe zu fühlen ist ein Grundzug des Menschentums und jede Zivilisation hat sich auf ihre Art mit diesem Problem auseinander gesetzt für jene bei denen der Prozess der Individuation noch nicht weit gediehen war bedeutete das Ende individuellen Seins noch kaum ein Problem denn das Erlebnis des Daseins als etwas Individuellem war noch nicht recht entwickelt das Sterben das Totsein noch nicht als ein vom Leben tief Abgetrenntes als tragischer Lebensausblick empfunden die frühen alten Hellenen bejahten mit Macht das Leben den Tod stellten sie als schattenhafte trostlose Fortsetzung ihres Erdendasein hin die alten Ägypter gründeten ihre Hoffnungen auf den Glauben an eine Unzerstörbarkeit des Leibes wenigstens jener Menschen deren Macht zu Lebzeiten unzerstörbar schien für die alten Hebräer war der Tod eine gegebene Tatsache mit der Zerstörung des Einzelwesens versöhnte sie der visionäre Gedanke des irdischen Friedensreiches am Ende der Tage das Christentum machte den Tod unwirklich und tröstete die Betrübten durch die Verheißung eines persönlichen Weiterlebens nach dem Tod unsere Zeit verneint einfach den Tod und damit den weltanschaulichen Urgrund des Daseins statt dass man die Menschen Tod Leid und Schmerz als stärkste Antriebe wahrnehmen lässt als Grundlage menschlicher Solidarität als das Erlebnis ohne dass Lust Freude Begeisterung ohne Tiefe und marklos sind ist das Individuum angeleitet oder gezwungen das Todesgefühl als einen Unfug zu verdrängen doch wie bei allen Verdrängungen ist es auch hier das Unterdrückte ist unsichtbar immer zugegen illegal weilt die Todesfurcht unter uns sie bleibt doch sie bleibt unfruchtbar weil unterdrückt hier liegt die Ursache für die Verflachung fast allen andern Erlebens für die Unrast die heute das ganze Dasein durchdringt von seinen Grundfesten her ist das individuelle Selbst erschüttert geschwächt fühlt keine Sicherheit der Mensch bewegt sich in einer Welt zu der er keine natürlichen Beziehungen mehr hat weil in ihr alles und jedermann und er selbst instrumentalisiert maschinisiert und zum Bestandteilchen der Riesenmaschine geworden ist die Menschenhände erbauten er denkt und fühlt und will alles was man seiner Annahme von seinem Denken Fühlen Wollen erwartet dabei verliert er das ganze Selbst auf dem allein sich jede natürliche Sicherheit einer freien Individualität aufbauen kann dieser Selbst-Verlust hat das Bedürfnis sich anzupassen mit allen anderen konform zu gehen noch erhöht denn es regte sich nun in den Tiefen ein Zweifel an der eigenen Identität wenn ich nichts bin als etwas das man meiner Ansicht nach von mir erwartet wer bin dann Ich ich habe keine Identität außer der einen die nur der Reflex das Spiegelbild dessen ist was die anderen erwarten dass ich es sei ich bin wie du mich wünschest die Identität ist dahin und damit die Anpassung nur um so dringender geboten kann einer nur noch dann seiner sicher sein wenn er den Erwartungen der andern gemäß lebt entspricht sein Leben nicht diesem Bild riskiert er nicht allein Tadel und Ausschluss sondern auch den Verlust der Identität seiner eigenen Persönlichkeit und das heißt Geisteskrankheit wenn man den Erwartungen der anderen konform geht nicht anders ist verstummen die Zweifel an der eigenen Identität eine gewisse Sicherheit ist gewonnen doch die Preisgabe selbstbestimmender Spontanität macht einen Strich durch das Leben das Automaton in Menschengestalt das biologisch noch lebt ist in Geist und Gefühl etwas Totes es wandelt durch ein reges bewegtes Getriebe und sein Leben rinnt ihm wie Sand durch die Finger hinter einer Fassade von Selbstzufriedenheit und Optimismus ist der moderne Mensch im Tiefsten unglücklich in bodenloser Verzweiflung klammert er sich an die Worte Individualismus und Individualität ja er will anders sein es gibt für ihn fast keine größere Empfehlung als wenn irgendein Ding etwas anderes ist man fragt nach dem Namen des Schalterbeamten bei dem man sein Monatsabbonement zu kaufen pflegt Handtaschen Spielkoffer Radiokoffer sucht man mit seinen eigenen Initialen zu verpersönlichen wandelnde Mädchenschablonen tragen ihre Anfangsbuchstaben oder ihr Tierkreiszeichen am Busen zur Schau alles aus Hunger nach Anderssein aber das alles sind nur noch letzte Spuren die von Individualität übrig bleiben der heutige Mensch dürstet nach Leben aber der Automat zu dem er geworden kann kein Dasein im Sinne freiwilliger natürlicher Selbstbestimmung spontan erleben und so nimmt er als Surrogat jede Art Aufregung und Nervenkitzel Drinks Sportsensationen und nebenher im Kino immer wieder das Reizmittel gedrehter Schicksale erfundener Personen deren spontane Gefühle er in Vertretung nachlebt worin liegt dann für den heutigen Menschen die Bedeutung von Freiheit sie sind frei von äußeren Bindungen wleche sie davon abhalten könnten zu denken zu handeln wie sie es für richtig halten sie wollten frei sein um nach eigenem Willen zu handeln wenn sie nur wüssten was sie wollen denken und fühlen sie wissen es nicht sie fügen sich anonymen Autoritäten adoptieren ein fremdes Selbst und jem mehr sie sich dessen befleißigen um so größer der Zwang zur Anpassung trotz dem äußeren dick aufgetragenen Anstrich von Optimismus und Initiative sitzt dem Menschen das Ohnmachtsgefühl schon so an der Kehle dass er wie gelähmt nahenden Katastrophen entgegenstarrt oberflächlich betrachtet funktionieren die Menschen wirtschaftlich und sozial noch zufriedenstellend aber es wäre gefährlich zu übersehen was sich hinter diesem erfreulichen Anschein verbirgt wenn das Leben den Sinn verliert weil so nicht gelebt wird verzweifelt der Mensch Menschen sterben nicht einfach den physischen Hungertod sie sterben auch nicht einfach den psychischen Hungertod wenn wir nur die ökonomischen Bedürfnisse des einfachen Bürgers betrachten wenn wir nicht das unbewusste Leiden aller automatisierten kleinen und mittleren und großartigen Existenzen genau in Betracht ziehen übersehen wir die Gefahr die unserer Kultur von ihrem menschlichen Unterbau her droht diese Gefahr aber besteht in der Bereitwilligkeit jede Ideologie und jeden Führer anzuerkennen sofern sie nur antreibende Erregung verheißen und eine politische Neuordnung und Symbolik aufbringen die angeblich einem individuellen Sein Bedeutung Inhalt und Ordnung verleiht die Verzweiflung im Automaton Mensch bildet den trefflichsten Nährboden für alle faschistischen Zwecke haben Sie den Hintergrund dieses Bildes tatsächlich bis zu dieser Stelle gelesen dann sind Sie nicht ganz normal aber sehr gründlich so oder so ich bedanke mich für Ihren Besuch auch im Namen von Albert Einstein Adonis Kafka Else Lasker-Schüler Adorno Erich Fromm Cioran Heidegger der Bibel (…) aus welcher Sicht man sie auch betrachtet die Gegenwart ist ohne Ausweg das ist nicht die geringste ihrer Tugenden denjenigen die unbedingt hoffen möchten raubt sie jeden Halt diejenigen die vorgeben Lösungen zu haben werden sofort entkräftet es ist bekannt dass alles nur noch schlimmer werden kann die Zukunft hat keine Zukunft mehr ist die Weisheit jener Epoche die unter dem Anschein einer extremen Normalität auf der Bewusstseinsebene der ersten Punks angelangt ist auf deiner blauen Seele setzen sich die Sterne zu Nacht man muss leise mit dir sein meine Perlen werden wach es ist nicht Tag und nicht Stern ich kenne die Welt nicht mehr nur dich alles ist Himmel”